Kommunikation kann der Tod von guten Ideen sein –
2 Kniffe, um Open Innovation noch besser zu machen.

Innovative Unternehmen lassen Konsumenten im Rahmen von Open Innovation an ihrem Innovationsprozess teilhaben und verbrennen dabei Millionen-Budgets, weil sie sie miteinander kommunizieren lassen.

Erfolge sind bescheiden

Open Innovation ist eine der Methoden, die in den letzten Jahren wie eine Sau durchs Dorf getrieben wurde. „Du musst Dich öffnen.“, „Sei transparent.“, „Engage Deine Community.“ – ja, alles richtig, aber es geht auch um das „Wie„.

Dell’s Idea Storm Site hat zwar mehr als 25.000 Ideen sammeln können, jedoch waren davon nur 2% überhaupt verwertbar. „My Starbucks Idea“ hat eine noch schwächere Quote bei 200.000 Vorschlägen – im Übrigen allein 6.000 für neue Varianten des Frappuccino.

Warum ist das so?

Grundsätzlich ist der Weg über CrowdIdeation (sozusagen das CrowdSourcing von Ideen) eine ideale Methode, denn ich erreiche über das Web viel mehr Menschen als wenn ich Personen einzeln befrage. Doch es birgt auch Nachteile.

Werfe ich meine Idee in eine physische „Vorschlagsbox“, so sieht keiner diese Idee außer mir und dem Unternehmen. Werden im Internet Vorschläge jedoch öffentlich für alle einsehbar gepostet, so werde ich zwangsläufig ein Opfer der Beeinflussung durch die Schwarmintelligenz.

Ob ich will oder nicht – lese ich die Ideen anderer Beitragender, bin ich eher geneigt, die Ideen anderer aufzunehmen, mich ihnen anzupassen oder meine Idee zu verwerfen, weil ich der Meinung bin, sie sei einem Beitrag nicht „würdig“. Sobald Ideen für alle öffentlich sind, gewinnt oft nicht die „beste“ Idee, sondern die am „lautesten“ kommunizierte.

Geht das nicht besser?

Es geht! Und das mit nur zwei kleinen Kniffen im Prozess, die wir auf foxem.net umgesetzt haben.

1. Die Ideen von Beitragenden werden nicht öffentlich gemacht, sondern können nur vom Ideengeber und dem Unternehmen gesehen werden. Ideen werden nicht unter den Ideengebern kommentiert oder bewertet. Eine Kommunikation erfolgt nur peer-to-peer.

2. Je diversifizierter die Gruppe der Ideengeber ist, umso breiter sind die Ideen, die das Unternehmen erhält. Auf foxem.net laden wir jeden ein, mitzumachen – Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Experten, aber auch jeden der kreativ ist und Spaß an Herausforderungen hat, unabhängig von Alter, Rasse, Herkunft, sozialem Status, Religion oder Wohnort.

Fazit

Der Einsatz von Open Innovation ist der richtige Weg. Dennoch gilt es auch hier, gewisse Spielregeln zu beachten, um das beste Ergebnis zu erzielen.

In den Beitrag sind Studien und Erkenntnisse der Arbeit eingeflossen von:
Andrew Stephen is the L’Oreal Professor of Marketing at Oxford’s Saïd Business School
Peter Pal Zubcsek is an assistant professor of marketing at the University of Florida.
Jacob Goldenberg is a professor of marketing at the Interdisciplinary Center in Herzliya, Israel

Originalartikel: https://hbr.org/2015/07/people-offer-better-ideas-when-they-cant-see-what-others-suggest