Ihr Ansprechpartner in Fragen zu Förderprogrammen beim Innovators Institute:
Sophie Terhart
sophie.terhart@innovators-institute.com

Mittelstand innovativ!

Innovations- und Digitalisierungsgutscheine

Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE) hat ein Förderprogramm speziell für den innovativen Mittelstand aufgelegt. Unter dem gemeinsamen Dach „Mittelstand.innovativ!“ umfasst es die Förderlinien Innovationsassistent sowie den Innovations- und Digitalisierungsgutschein.

Projektträger Jülich der Forschungszentrum Jülich GmbH

Den „Innovations- und Digitalisierungsgutschein“ führt der Projektträger Jülich der Forschungszentrum Jülich GmbH im Auftrag des MWIDE durch. Innovationsgutscheine sollen themenoffen in erster Linie die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette unterstützen. Auch wesentliche qualitative Verbesserungen bestehender Produkte und Dienstleistungen können gefördert werden. Sie können auch zur Bearbeitung von Vorhaben mit arbeits- und organisationsbezogenen Fragestellungen genutzt werden. 

Mit dem Digitalisierungsgutschein hat sich das Land Nordrhein-Westfalen zum Ziel gesetzt, die Innovationsfähigkeit und Wachstumsorientierung der Unternehmen rund um die Themen Digitalisierung und IT-Sicherheit in NRW zu stärken – sowohl bei den klein- und mittelständischen Betrieben in der Industrie, wie auch im Handwerk, im Handel und im Dienstleistungsbereich. So sollen KMU insgesamt befähigt werden, den Weg u. a. hin zu Industrie 4.0 zu beschreiten. Die fortschreitende Digitalisierung stellt insbesondere KMU vor große Herausforderungen. Neue Geschäftsmodelle bzw. andere Produktions- und Wertschöpfungsprozesse werden erforderlich. Lösungsprobleme im Bereich IT-Sicherheit stellen sich häufig als Investitionshemmnis für KMU heraus.

Was soll mit der Fördermaßnahme erreicht werden?

Die Fähigkeit zum innovativen Wandel und zur digitalen Transformation ist zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsparameter geworden. Für viele mittelständische Unternehmen ist es eine große Herausforderung, die Notwendigkeiten und zugleich die Chancen von Innovation und Digitalisierung zu erkennen und die erforderlichen Konsequenzen daraus zu ziehen. Gerade die Digitalisierung stellt immer mehr etablierte Geschäftsmodelle grundlegend auf den Prüfstand, erfordert oftmals disruptiv neuartige Ansätze und lässt dabei praktisch keine Branche unberührt.
Digitalisierung definiert nicht nur die Schnittstelle zum Kunden neu, sondern durchzieht den gesamten Betriebsablauf von der Beschaffung über die Produktion und dem Dienstleistungsangebot bis hin zur Verwaltung und Steuerung der Prozesse. Hier setzt das Programm „Mittelstand.innovativ!“ des Landes Nordrhein-Westfalen an: Der Innovations- und der Digitalisierungsgutschein erleichtert Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) die Kooperation mit innovativen Partnern aus der Wissenschaft und der Wirtschaft (z.B. dem Innovators Institute)

Das Programm gibt wichtige Impulse zur Förderung der Innovationskraft des Mittelstandes in der Breite. Der Innovations- und Digitalisierungsgutschein bietet dem Mittelstand damit die Chance, mit Hilfe der Auftragnehmer (z.B. dem Innovators Institute) die eigenen Geschäftsmodelle neu zu analysieren und die bestehenden Entwicklungspotentiale auch mit Blick auf die innovative Konkurrenz auszuschöpfen. Das Aufgreifen und Anpassen innovativer und digitaler Lösungen der jeweiligen Branche an das eigene Unternehmen stellt damit einen Schwerpunkt des Förderinstruments dar.

Für welche Zwecke kann der Innovations- und Digitalisierungsgutschein eingesetzt werden?

Innovationsgutscheine
Grundsätzlich sollen bei Innovationsgutscheinen Vorhaben zur Förderung gebracht werden, welche die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette unterstützen. Auch wesentliche qualitative Verbesserungen bestehender Produkte und Dienstleistungen können gefördert werden.

Der Innovationsgutschein B (Beratung) soll für externe wissenschaftliche und technologische Beratung im Vorfeld der Entwicklung eines innovativen Produkts, einer innovativen Dienstleistung oder einer Verfahrensinnovation verwendet werden, zum Beispiel Technologie- und Marktrecherchen, Machbarkeitsstudien, Werkstoffstudien, Studien zur Fertigungstechnik, erste Vorversuche – oder zur Bearbeitung von arbeits- oder organisationsbezogenen Fragestellungen.

Wer kann einen Innovations- und Digitalisierungsgutschein erhalten?

Das Programm wendet sich an mittelständische Unternehmen aller Branchen, die neue Ideen nutzen wollen, um Innovationen zu generieren.

  • Der Sitz des Unternehmens muss in Nordrhein-Westfalen liegen.
    Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern und bis zu 50 Mio. € 
Umsatz oder bis zu 43 Mio. € Bilanzsumme. Es gilt die jeweils aktuelle KMU-Definition der EU, zurzeit die Empfehlung der Kommission vom 17.06.2014 (Nr. 651/2014).
  • Unternehmen, deren Geschäftsführer bzw. Anteilseigner Familienangehörige (Ehepartner, Lebenspartner, Geschwister, direkte Vorfahren und direkte Nachkommen) der Geschäftsführer bzw. Anteilseigner der beabsichtigten Auftragnehmer sind, können keinen Innovationsgutschein einlösen.
  • Weiterhin ist darauf zu achten, dass das Auftrag gebende Unternehmen nicht bereits Anteile am Auftrag 
nehmenden Unternehmen bzw. das Auftrag nehmende Unternehmen Anteile am Auftrag gebenden Unternehmen hält. Im Falle einer Beteiligungsgesellschaft dürfen neben dieser auch deren Gesellschafter nicht bereits Anteile am Unternehmen halten.

Wie hoch ist der Innovations- und Digitalisierungsgutschein dotiert und muss ein Eigenanteil erbracht werden?

Für den Innovationsgutschein B (Beratung) ist eine maximale Zuwendung in Höhe von 10.000 € vorgesehen. Bis zu diesen Obergrenzen werden entsprechend der Unternehmenskategorie die geltenden Fördersätze der Ausgaben (s. nachfolgende Tabelle), die dem Unternehmen von dem Auftragnehmer in Rechnung gestellt werden, erstattet. KMU werden definiert als Unternehmen, die weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigen und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EUR oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. EUR aufweisen.

Für die Unterscheidung zwischen Kleinstunternehmen sowie kleinen und mittleren Unternehmen gelten folgende Abgrenzungen:

  • Kleinstunternehmen: weniger als 10 Mitarbeiter und Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme von höchstens 2 Mio. EUR
  • Kleine Unternehmen: weniger als 50 Mitarbeiter und Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme von höchstens 10 Mio. EUR
  • Mittlere Unternehmen: weniger als 250 Mitarbeiter und entweder Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EUR oder Jahresbilanzsumme von 
höchstens 43 Mio. EUR.

Welche Auftragnehmer werden für den Innovationsgutschein anerkannt?

Es werden alle Auftragnehmer in der Europäischen Union akzeptiert, die durch Analyse-, Beratungs- und Entwicklungstätigkeiten dazu beitragen, das Innovationspotential des antragsberechtigten Unternehmens auszuschöpfen. Hierzu gehören insbesondere Hochschulen und gemeinnützige Forschungseinrichtungen sowie ausgewählte Unternehmen. Eine Zertifizierung als Auftragnehmer ist nicht erforderlich.

Unternehmensgröße*
Max. Förderquote bei Auftragsvergaben
Kleinst- und kleine Unternehmen 80 %
Mittlere Unternehmen 50 %

Wie oft können Fördermaßnahmen in Anspruch genommen werden?

In einem Zeitraum von zwei Jahren können von einem Unternehmen höchstens zwei Förderbausteine in Anspruch genommen werden.

Wo kann der Innovations- und Digitalisierungsgutschein beantragt werden?

Das Antragsformular kann online unter https://www.ptj.de/innovationsgutscheine oder schriftlich beim Projektträger Jülich angefordert werden. Auch für die Beratung im gesamten Antragsverfahren ist der Projektträger Jülich zuständig.
Der Antrag ist in ausgedruckter, unterschriebener Form und in digitaler Form (per Email an den zuständigen fachlichen Ansprechpartner; s. Homepage) beim Projektträger Jülich einzureichen. Dem Antrag ist die de-minimis-Erklärung, eine Kopie der Gewerbeanmeldung / des Handelsregisterauszuges, eine Bescheinigung des Finanzamtes (bei einem Freiberufler) und das Angebot der Hochschule / Forschungseinrichtung bzw. des Unternehmens beizufügen. Es erfolgt eine formale und fachliche Prüfung. Bei positiver Bewertung des Vorhabens erhält das antragstellende Unternehmen einen Zuwendungsbescheid in Form der beantragten Gutscheinvariante von der bewilligenden Stelle (ebenfalls Projektträger Jülich).

Wie lange dauert die Bearbeitung eines Antrages?

Die Bearbeitungszeit vom Antrag bis zur Bewilligung soll in der Regel sechs Wochen betragen. Sofern bei positivem Ergebnis der Prüfung mehr Anträge eingehen als Fördermittel vorhanden sind, entscheidet das Datum des Antragseingangs.
Anträge können jederzeit gestellt werden.

Wann darf der Auftrag erteilt werden?

Bei der Antragstellung muss die Wahl des Auftragnehmers erfolgt sein; Verträge dürfen jedoch erst nach Erhalt der Förderzusage (Zuwendungsbescheid) abgeschlossen werden.

Wann und wo kann der Innovations- und Digitalisierungsgutschein eingelöst werden?

Der jeweilige Gutschein ist so einzusetzen, dass das Projekt in einem Zeitraum von bis zu einem Jahr ab Zustellung des Zuwendungsbescheides abgeschlossen werden kann (Bemerkung: Die Idea Mining Journey läuft 6-9 Monate).
Nach Abschluss des jeweiligen Projektes werden die Innovationsgutscheine innerhalb von sechs Monaten beim Projektträger Jülich durch Anforderung der Zuwendungsmittel eingelöst. Die Bereitstellung der Fördermittel erfolgt nach dem Ausgabenerstattungsverfahren, d. h. das Unternehmen tritt zunächst in Vorleistung. Eine Kopie der Rechnung des Auftragnehmers inkl. Angabe des Durchführungszeitraums (wie im Antrag genannt) einschließlich der Zahlungsnachweise / Buchungsbelege (Kopie Kontoauszug) werden als Ausgabennachweis anerkannt.
Die Auszahlung der Mittel durch den Projektträger Jülich erfolgt dann zeitnah. Zusammen mit der Anforderung der Zuwendungsmittel ist ein Verwendungsnachweis einzureichen, der einen kurzen Sachbericht über die Durchführung und das Ergebnis der Maßnahme mit Angabe des Durchführungszeitraums enthält.

Kann ich zu 100% davon ausgehen, dass die Idea Mining Journey wie beschrieben gefördert wird?

Nein! Der Projektträger behält sich vor, jede Idea Mining Journey als Einzelfall zu prüfen, daher erhalten wir (und auch niemand anderes) eine Generalabsolution. Wenn wir uns bei der Beantragung jedoch an die Ausfüllhilfe halten, ist die Wahrscheinlichkeit entsprechend hoch, dass eine Förderung genehmigt wird.

Weitere Förderrahmenbedingungen
Die Förderung erfolgt nach den §§ 23 und 44 Landeshaushaltsordnung (LHO) sowie nach Maßgabe der Verordnung (EG) Nr. 1407/2013 der Europäischen Kommission vom 18.12.2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf de-minimis-Beihilfen unter Beachtung der jeweils einschlägigen Förderrichtlinie (aktuell FEI). Nach dieser Richtlinie sind finanzielle Vergünstigungen des Staates an einzelne Unternehmen ohne weitere Genehmigung der EU zulässig, wenn sie in der Summe innerhalb von drei Kalenderjahren den Wert von 200.000 € nicht überschreiten. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht. Vielmehr entscheidet die Bewilligungsstelle aufgrund ihres pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Für die beantragte Maßnahme darf keine weitere öffentliche Förderung aus Mitteln des Landes, des Bundes oder der EU in Anspruch genommen werden (Ausschluss der Doppelförderung).
Das geförderte Unternehmen muss sich damit einverstanden erklären, für Zwecke der Statistik und der Erfolgskontrolle über die Wirksamkeit des Programms Informationen über Durchführung und Resultat der Maßnahme zur Verfügung zu stellen.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit zu dem geförderten Vorhaben ist in angemessener Weise auf die Förderung des Landes NRW hinzuweisen. Dies gilt insbesondere auch für Veröffentlichungen (Broschüren, Faltblätter, Mitteilungsblätter) sowie Informationsveranstaltungen, Workshops, Symposien u. ä. im Zusammenhang mit dem Projekt.

Ansprechpartner beim Innovators Institute

Sophie Terhart – fachlich (Innovationsgutscheine): sophie.terhart@innovators-institute.com